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Nährstoffmängel-Lexikon Cannabis

Kompakter Überblick über typische Nährstoffmängel und Blockadebilder bei Cannabispflanzen, mit Symptomen, Ursachen, Monitoring, Korrektur und Prävention.

10 EinträgeMit Diagnose-LogikFilterbar

Alle Inhalte sind evidenzbasiert und auf Cannabispflanzen bezogen. Fotos werden ergänzt, sobald verifizierte Cannabis-Symptomfotos mit sauberer Lizenzzuordnung verfügbar sind.

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10 Treffer im Nährstoffmängel-Lexikon

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MakronährstoffeHoch

Stickstoffmangel (N)

Untere, ältere Blätter vergilben zuerst und fallen bei anhaltendem Defizit ab.

Mobilität: Mobil

Umgebung: Indoor + Outdoor

Phase: Veg

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Symptome

  • Helle bis gelbe ältere Fächerblätter
  • Reduziertes Längenwachstum
  • Frühzeitiger Blattverlust im unteren Drittel

Typische Ursachen

  • Unterdosierung im Wachstum
  • N-Aufnahmeblockade durch pH außerhalb Zielbereich
  • Stark ausgelaugtes Substrat

Monitoring

  • EC/pH im Drain protokollieren
  • Vergleich Alt- vs. Neuwuchs fotografisch festhalten
  • Wachstumsrate je Woche prüfen

Korrektur

  • N-Anteil in kleinen Schritten anheben
  • pH in den Zielkorridor zurückführen
  • Nach 3-5 Tagen Neuwuchs statt Altlaub bewerten

Prävention

  • Fütterungsplan nach Stadium staffeln
  • Drift im pH früh korrigieren
  • Wöchentliche EC-Trendkontrolle
MakronährstoffeHoch

Phosphormangel (P)

Dunkles Laub, verlangsamte Entwicklung und in Kältephasen oft violette Blattstiele.

Mobilität: Mobil

Umgebung: Indoor + Outdoor

Phase: Alle Stadien

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Symptome

  • Matt-dunkelgrüne Blätter
  • Verzögerte Wurzel- und Blütenentwicklung
  • Teilweise purpurfarbene Blattstiele

Typische Ursachen

  • Zu niedrige Wurzeltemperatur
  • pH-bedingte P-Fixierung
  • Unpassende PK-Versorgung in der Blüte

Monitoring

  • Substrattemperatur messen
  • pH im Medium und Drain vergleichen
  • Internodien-/Blütenansatz dokumentieren

Korrektur

  • Wurzelzone temperieren und stabilisieren
  • pH-Korrektur priorisieren
  • Moderate P-Anhebung mit Nachkontrolle

Prävention

  • Keine kalten Gießzyklen
  • Konstante Bedingungen im Wurzelraum
  • Blüteplan mit validierter PK-Staffel
MakronährstoffeKritisch

Kaliummangel (K)

Blattränder werden gelb-braun und nekrotisch, besonders bei hoher Verdunstungslast.

Mobilität: Mobil

Umgebung: Indoor + Outdoor

Phase: Bluete

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Symptome

  • Randchlorosen an älteren Blättern
  • Braune, verbrannt wirkende Blattränder
  • Schwächere Blütenqualität bei Dauerstress

Typische Ursachen

  • Unterversorgung im Peak-Bedarf
  • Antagonismus durch zu viel Ca/Mg/Na
  • EC-Schwankungen mit Uptake-Stress

Monitoring

  • Blattrandentwicklung im Zeitverlauf tracken
  • EC-Eintrag vs. Drain vergleichen
  • Umweltparameter mit einbeziehen

Korrektur

  • K-Anteil gezielt anheben
  • Nährstoffverhältnisse neu balancieren
  • Nach 5-7 Tagen auf Stopp der Randnekrose prüfen

Prävention

  • Blütefutter an Verdunstung koppeln
  • Abrupte EC-Sprünge vermeiden
  • Regelmäßig Verhältnischeck der Kationen
Sekundäre NährstoffeHoch

Calciummangel (Ca)

Neuwuchs zeigt Deformationen und nekrotische Flecken, da Calcium nur begrenzt verlagert wird.

Mobilität: Immobil

Umgebung: Indoor + Outdoor

Phase: Alle Stadien

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Symptome

  • Verkrüppelter Neuwuchs
  • Punktnekrosen an jungen Blättern
  • Geschwächte Zellstruktur bei Spitzen

Typische Ursachen

  • Zu geringe Ca-Verfügbarkeit
  • Transpirationsstress durch Klima
  • pH-/Salzstress mit Nährstoffblockade

Monitoring

  • Neues Wachstum separat bewerten
  • RLF/VPD auf Extreme prüfen
  • Ca:Mg-Verhältnis dokumentieren

Korrektur

  • Calciumversorgung moderat erhöhen
  • Klima stabilisieren (VPD vermeiden)
  • pH-/Salzlage zuerst normalisieren

Prävention

  • Konstante Wasserqualität nutzen
  • Ca nicht erst im Mangel nachschieben
  • Wurzelraum nicht austrocknen lassen
Sekundäre NährstoffeMittel

Magnesiummangel (Mg)

Interkostale Chlorosen an älteren Blättern bei zunächst grünen Blattadern.

Mobilität: Mobil

Umgebung: Indoor + Outdoor

Phase: Bluete

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Symptome

  • Aufhellungen zwischen Blattadern
  • Adern bleiben anfangs grün
  • Fortschreitend rostige Flecken

Typische Ursachen

  • Zu wenig Mg im Gießschema
  • Ca/K-Antagonismus
  • pH außerhalb optimaler Verfügbarkeit

Monitoring

  • Altblattmuster in Reihen dokumentieren
  • Ca:Mg Verhältnis verfolgen
  • Drain-pH und EC trendbasiert auswerten

Korrektur

  • Mg vorsichtig ergänzen
  • Antagonismen im Futter entschärfen
  • Neues Blattgewebe als Erfolgskriterium nutzen

Prävention

  • Ca/Mg-Balance im Basiswasser kennen
  • Keine extremen PK-Spitzen ohne Gegencheck
  • Regelmäßige Blattbildkontrolle
Sekundäre NährstoffeMittel

Schwefelmangel (S)

Heller, gleichmäßiger Neuwuchs ähnlich N-Mangel, jedoch eher an jungen Blättern sichtbar.

Mobilität: Immobil

Umgebung: Indoor + Outdoor

Phase: Veg

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Symptome

  • Gleichmäßige Aufhellung junger Blätter
  • Schlankes, schwächeres Triebwachstum
  • Verzögerte Grünfärbung

Typische Ursachen

  • Unzureichende Sulfatquelle
  • Zu einseitige Düngermischung
  • Nährstoffauswaschung im Substrat

Monitoring

  • Jungtriebfarbe täglich vergleichen
  • Nährstoffetiketten auf S-Anteil prüfen
  • Substratwechsel-Intervalle beachten

Korrektur

  • Sulfathaltige Nährstoffquelle ergänzen
  • Fütterungsbalance ohne Überkorrektur anpassen
  • Neuwuchs nach 4-6 Tagen neu bewerten

Prävention

  • Vollständige Nährstoffprofile verwenden
  • Bei RO-Wasser gezielt remineralisieren
  • Langsame Dosierschritte statt Sprünge
MikronährstoffeHoch

Eisenmangel (Fe)

Sehr heller Neuwuchs mit grünen Blattadern, typischerweise bei pH-bedingter Blockade.

Mobilität: Immobil

Umgebung: Indoor + Outdoor

Phase: Alle Stadien

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Symptome

  • Limonengrüner bis gelber Neuwuchs
  • Adern bleiben lange sichtbar grün
  • Triebspitzen wirken blass und schwach

Typische Ursachen

  • Zu hoher pH im Wurzelraum
  • Fe-Chelat nicht passend zum pH-Bereich
  • Root-Stress durch Übernässung

Monitoring

  • Neues Blattgewebe priorisiert beobachten
  • pH im Medium engmaschig messen
  • Wurzelgesundheit visuell prüfen

Korrektur

  • pH zuerst in Zielbereich bringen
  • Geeignete Fe-Chelatform einsetzen
  • Bewässerungsrhythmus stabilisieren

Prävention

  • Keine pH-Drift über Tage zulassen
  • Mikronährstoffe kompatibel wählen
  • Staunässe konsequent vermeiden
MikronährstoffeMittel

Zinkmangel (Zn)

Kleine Blätter, gestauchter Wuchs und Chlorosen im Neuwuchsbereich.

Mobilität: Immobil

Umgebung: Indoor + Outdoor

Phase: Veg

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Symptome

  • Verkleinerte neue Blätter
  • Kurze Internodien (Rosetteneffekt)
  • Mosaikartige Aufhellungen

Typische Ursachen

  • Mikro-Unterversorgung
  • pH-bedingte Verfügbarkeitseinbußen
  • Substrat mit starker Bindungskapazität

Monitoring

  • Internodienabstand tracken
  • Neuwuchsdeformationen fotografisch sichern
  • Mikroprofil der Lösung prüfen

Korrektur

  • Mikroelemente gezielt ergänzen
  • pH-Korridor eng einhalten
  • Verbesserung am Neuwuchs abwarten

Prävention

  • Vollständige Mikroversorgung sicherstellen
  • Keine einseitige PK-Betonung
  • Regelmäßige visuelle Frühdiagnose
MikronährstoffeMittel

Manganmangel (Mn)

Interkostale Chlorosen plus feine Nekrosepunkte bei gleichzeitig ausbleibender Vitalität.

Mobilität: Immobil

Umgebung: Indoor + Outdoor

Phase: Alle Stadien

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Symptome

  • Aufhellungen zwischen Blattadern
  • Feine graubraune Punktnekrosen
  • Trägeres Wachstum

Typische Ursachen

  • Hoher pH mit Mangan-Blockade
  • Unausgewogene Mikronährstoffmischung
  • Substratstress

Monitoring

  • Abgrenzung zu Fe-/Mg-Mangel dokumentieren
  • pH-Verlauf engmaschig prüfen
  • Neuwuchs über mehrere Tage vergleichen

Korrektur

  • Mikroversorgung fein anpassen
  • pH stabil in Sollzone führen
  • Überkorrekturen vermeiden

Prävention

  • Mikroelemente regelmäßig mitführen
  • Keine abrupten pH-Wechsel
  • Konstante Bedingungen im Wurzelraum
Stress- und BlockadebilderKritisch

Nährstoffblockade (Mischbild)

Mehrere Mangel-/Überschusssymptome gleichzeitig durch pH- und Salzstress in der Wurzelzone.

Mobilität: Gemischt

Umgebung: Indoor + Outdoor

Phase: Alle Stadien

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Symptome

  • Uneinheitliches Blattbild (gelb, verbrannt, dunkel)
  • Wachstumsstopp trotz Fütterung
  • Schnelle Verschlechterung nach jedem Gießen

Typische Ursachen

  • pH außerhalb Aufnahmefenster
  • Salzakkumulation / zu hoher EC
  • Ungünstige Wechsel zwischen Trocken- und Nässephasen

Monitoring

  • Drain-EC und Drain-pH bei jedem Zyklus messen
  • Runoff-Mengen dokumentieren
  • Symptomfortschritt pro Tag protokollieren

Korrektur

  • Wurzelzone zuerst stabilisieren
  • Schrittweise auf balanciertes Futter zurückführen
  • Erst Neuwuchs bewerten, nicht Altblätter

Prävention

  • Regelmäßige Drainanalyse
  • Keine aggressiven Düngesprünge
  • Gießrhythmus und Substratluft stabil halten

Hub statt Parallelpflege

Nährstoffbedarf und Kulturkontext

Diese Lexikon-Seite bleibt bei Diagnose, Ursachen und Korrektur. Die phasenweise Nährstofflogik, Substratunterschiede und Antagonismen liegen in eigenen Wiki-Artikeln, damit Evidenz nicht an zwei Stellen parallel gepflegt wird.

Warum hier nur der Hub? Lebenszyklus, Substratlogik und Antagonismen werden bereits in eigenen Artikeln gepflegt. So bleibt das Lexikon auf Diagnose und Korrektur fokussiert und dieselbe Evidenz wird nicht an zwei Stellen parallel aktualisiert.

Vertiefung · Studienbasis

Weiterführende Wiki-Artikel

Vertiefende Artikel zu Nährstoffen, Substraten und Anbausystemen mit nachvollziehbarer Studienbasis.

Korrektur-Matrix

Kompakter Leitfaden von der ersten Maßnahme bis zur Nachkontrolle.

MangelbildErster SchrittFollow-upZeitfenster
N-MangelN-Anteil moderat erhöhenNeuwuchs nach 3-5 Tagen checkenKurzfristig
K-MangelKationenverhältnis prüfenK-Anteil schrittweise anpassen3-7 Tage
Ca-/Mg-ThemaCa:Mg im Wasser prüfenKlimastress und pH parallel korrigieren4-10 Tage
Fe-/Mn-/Zn-MangelpH in Verfügbarkeitsfenster führenMikroversorgung feinjustieren3-7 Tage
Blockade-MischbildDrainwerte erfassen und stabilisierenFütterung neu kalibrieren1-2 Wochen

24h-Ampel: Sofortmaßnahmen

Was in den ersten 24 Stunden nach Mangelverdacht passieren sollte.

Rot: Messdaten sichern

  • pH, EC, Drain-Menge sofort dokumentieren
  • Betroffene Pflanzen und Zonen markieren
  • Kein blindes Nachdüngen ohne Messwerte

Gelb: Ursache eingrenzen

  • Mobil vs. immobil im Blattbild unterscheiden
  • Wasserqualität und Düngercharge prüfen
  • Klima (VPD/Temperatur) gegen Sollwerte legen

Grün: Korrekturplan starten

  • Schrittweise Anpassung definieren
  • Kontrollpunkte für Tag 3, 7 und 14 setzen
  • Neuwuchs als Hauptkriterium verwenden